Der Wille zum Sieg

Wovon hängt sportliche Leistung ab? Ganz sicher von der körperlichen Verfassung. Die Ernährung spielt eine Rolle. Die Tagesverfassung vielleicht. Das Talent. Der Gegner, die Zuschauer, das Wetter – viele Faktoren können hier genannt werden.

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„Jeder will gewinnen, nicht jeder hat den Willen dazu, zu tun was zu tun ist um zu gewinnen.“ Diesen Satz, den ich von einem amerikanischen Basketballtrainer einmal gehört habe, muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ja, es ist wahr. Wer sportlich im Wettkampf steht, der geht mit Sicherheit mit dem Denken dorthin, gewinnen zu wollen. Aber haben wir alles dafür getan, damit wir auf der Siegerstraße landen?

Wille ist ein wichtiges Thema im Sport. Gerade in Richtung Profisport wäre es von Vorteil, wenn der eigene Wille – zum Training, zum „mehr“ tun – eine Tugend ist. Wir verstehen, wenn nicht jedes Training eines Profi-Athleten mit Spaß und großer Freude verbunden ist. Man muss sich selbstverständlich auch quälen wollen. Überwinden. Durchhalten. Der Wille jeden Tag aufzustehen und für seine sportlichen Träume zu kämpfen, ist möglicherweise genauso wichtig, wie Talent!

Auf dem Weg eines Sportlers gibt es gleichzeitig viele Hürden. Ob es eine Niederlage ist, eine Verletzung, Trainerwechsel, der Umgang mit Medien und Fans: Es ist nicht leicht, alles unter einen Hut zu bekommen und sein Ziel vor Augen zu halten. Und da ist das Stichwort: Ziele braucht es auf dem Weg eines Sportlers. Sehen wir uns ein prominentes Beispiel an. Roger Federer ist nun beinahe zwei Jahrzehnte im Profitennis unterwegs. Fast solange befindet er sich an der Weltspitze. Ganze 18 Jahre ist Federer bereits in den Top 20 vertreten. Nehmen wir an, Federer hätte sein Spiel niemals adaptiert, niemals verändert, niemals sich versucht weiterzuentwickeln: ich glaube kein Sportler würde es dann schaffen, so lange an der Spitze zu sein.

Permanent Ziele zu haben, große Ziele, Zwischenziele, gepaart mit einer richtigen Periodisierung der Trainings und einer Planung von Entwicklungsschritten spielt dabei eine elementare Rolle. Und in diesem Bezug braucht es immer wieder einen Willen, diese Veränderungen zu machen. Durchzuhalten und weiter zu gehen. Wenn man als Sportler seine Ziele kennt und auch einen weiten Ausblick und Überblick über seine Karriere hat, bringt das automatisch eine Motivation mit sich. Und wenn Motivation im Spiel ist, wird es mit dem Willen auch schon wieder leichter.

Für mich als Coach ist aber die Frage nach dem Fokus genauso entscheidend für den Sieg wie der Wille. Jeder will gewinnen. Wenn dies der Anspruch für jeden Wettkampf ist, dann wird man oft enttäuscht werden. Fokus ist ein großes Wort. Wenn ein Trainer zu Dir sagt: „Konzentriere dich!“ – Was tust Du dann? Sehr viele Sportler haben auf diese Frage keine Antwort! Das muss erarbeitet werden. Hierbei geht es aber nicht nur darum, einen Überblick über Trainings, Entwicklung, Karriere und Periodisierung zu haben. Eine Detailarbeit ist ebenfalls Thema, wenn es um Fokussierung geht. Dabei müssen Fokuspunkte heruntergebrochen auf den Wettkampf, und die Trainings gleichermaßen erarbeitet und entwickelt werden. Durch verschiedene Fokuspunkte im Training, gelingt es einem Sportler diese in den Wettkampf zu bringen und umzusetzen. Dann besteht auch die Möglichkeit, dass ein Sportler im Wettkampf zufrieden rausgeht – ganz egal welches Ergebnis auf der Tafel steht – und es wird weniger Enttäuschungen geben.

Den Willen zum Sieg haben wir doch alle irgendwo in uns verborgen. Bringen wir diesen ans Tageslicht! Dann werden unsere Wettkämpfe noch spannender, noch mehr zu einer Bereicherung für uns Selbst, und den Sport an sich!

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